Kenia Info: Ugali

Ugali

Ugali

Ugali war ursprünglich ein Ostafrikanisches Gericht aus Hirse, einer anspruchslosen, kleinkörnigen Getreideart. Mit dem von den Briten dann ins Land gebrachten Mais kann man auf den Feldern einen deutlich höheren Ertrag erwirtschaften. Das verdrängte die Hirse weitestgehend und die traditionellen Gerichte werden seither aus Mais hergestellt.

Maisanbau

Mais kann man im regenreichen Westen Kenias zweimal jährlich anbauen und dabei sehr gute Ernten erzielen. Es werden die getrockneten Maiskörner der vorherigen Ernte gepflanzt. Danach wird drei mal mit zeitlichem Abstand Unkraut gejätet, damit andere Pflanzen dem Mais nicht Licht und Nährstoffe rauben. Nach gut 3 Monaten erreicht der Maiskolben seine endgültige Größe. Man kann ihn dann bereits ernten und sofort zubereiten. Um den Mais haltbar zu machen, wird er jedoch noch eine Weile an der Pflanze belassen, um zu trocknen.

Mais-Verarbeitung

Nach der Ernte werden die Maiskörner in mühevoller Handarbeit vom Kolben getrennt und erneut getrocknet. Schließlich bringen die Farmer ihre Ernte zu einer Mühle, wie sie jedes kleine Dorf mindestens einmal hat. Der Müller bekommt einen kleinen Anteil am Endprodukt dafür, dass er seine Maschinen zur Verfügung stellt. Das Maismehl deckt dann den Eigenbedarf des Farmers. Überschüsse werden in Körnerform, also nicht als Mehl, für 3.000 KES pro 90kg Sack an Großhändler verkauft.

Nach dem Mahlen haben wir dann das Maismehl, das Ausgangsprodukt für Ugali.

Ugali Rezept:

  • Maismehl
  • Wasser

Wasser zum Kochen bringen und das Maismehl einrühren.

Man beachte, dass hier nichts abgewogen wird. So lange Maismehl hinzu geben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Gekocht wird hier übrigens auf einem Jiko, einem kenianischen Holzkohleofen, der entwickelt wurde, um die Plünderung der Wälder zur Feuerholzgewinnung zu reduzieren.

Die Kochzeit von rund 10 Minuten wurde durch schnellen Filmvorlauf im Video deutlich reduziert. Wer sich dabei einmal selbst versucht, wird feststellen, dass das ständige Umrühren wirklich harte Arbeit ist. Ungeübten Köchen drohen Muskelkater und Sehnenscheidenentzündung. Also Vorsicht bei der Nachahmung.

Die typische Kugelform des Ugali wird im Topf mit dem Rührlöffel herbeigeführt.

Na dann, Guten Appetit!

Ugali Nachkochen

Wer das daheim nach kochen möchte, bekommt das Maismehl im Supermarkt. Dann ist es zumeist mit Vitaminen und Mineralien angereichert. Das im Nakumatt erhältliche Paket hat eine Kochanleitung auf der Rückseite.

Kleiner Tipp dazu von mir: Für den europäischen Gaumen schmeckt es besser, wenn man etwas Salz in das kochende Wasser gibt.

Auf einem modernen Induktionskochfeld kocht das Wasser zwar deutlich schneller, die eigentliche Kochzeit ist dann aber unverändert.

Viel Spaß beim Nachkochen!