Kenia Info: Plastiktüten-Verbot in Kenia

Plastiktüten-Verbot in Kenia
Plastiktüten-Verbot in Kenia

Kenia Info: Plastiktüten – Verbot in Kenia

„Es gab nichts, was wir nicht versucht hatten“, sagt Prof. Geoffrey Wahungu, Leiter der NEMA, der Kenianischen Umweltbehörde. Die Zahl der Plastiktüten je Kunde limitieren, freiwillige Selbstbeschränkungen der Supermarktketten, Erhöhung des Preises je Tüte. Nichts hat auch nur im Ansatz funktioniert. Deshalb folgt Kenia seit dem 28. August 2017 dem Beispiel Ruandas und hat das wohl härteste Plastiktüten-Verbot der Welt verhangen.

Hohe Strafen

Bei Nutzung einer Plastiktüte drohen bis zu vier Jahre Haft oder bis zu umgerechnet 32.500 Euro Strafe. Prof. Geoffrey Wahungu zieht nach 6 Monaten eine positive Bilanz. Man habe handeln müssen. Überall gab es Plastiktüten. Unbebaute Grundstücke in den Städten wurden als wilde Müllkippen genutzt und beim nächsten Sturm landeten die Plastiktüten dann überall. Acht von zehn geschlachteten Kühen hatten Plastiktüten im Darm, sagt Nancy Kinyaanzwa, Sprecherin der staatlichen Kenya Meat Commission. Beim Weiden fressen die Tiere oftmals Plastiktüten. Heute finde man nur noch in jeder fünften Kuh eine Plastiktüte.

Erfolg

Wir haben die erste Phase des Krieges gewonnen, sagt Ayub Macharia, Leiter der Abteilung für Umweltbildung und -bewusstsein im Kenianischen Umweltministerium.

Touristen

Angesichts der drakonischen Strafen, zeigen sich erste Kenia-Touristen irritiert. Dabei sollte es gerade im Interesse der Touristen liegen, dass Strände in Kenia nicht so aussehen. Natürlich nutzten viele Plastiktüten, um beispielsweise die für die Safari benötigte Kleidung im Koffer von der Strandkleidung mit einem Griff separieren zu können oder schmutzige Wäsche dort zu sammeln. Aber das kann man noch besser mit Stofftaschen. Und wenn man die dann sogar vor Ort kauft, hilft man auch noch den Menschen dort. Wir alle sollten das Plastiktütenverbot respektieren. Nicht wegen der möglichen Strafen, sondern unserer Umwelt zuliebe.